PVC-Weichfolie: Eigenschaften, Weichmacher und Hautverträglichkeit

PVC-Weichfolie: Eigenschaften, Weichmacher und Hautverträglichkeit

Wer sich für PVC-Kleidung interessiert, begegnet früher oder später dem Begriff PVC-Weichfolie. Dahinter steckt ein Kunststoff, der erst durch zugesetzte Weichmacher biegsam und tragbar wird. Das bringt Eigenschaften mit sich, die Sie im Alltag spüren, und Fragen, die sich viele Kundinnen und Kunden stellen: Was sind Weichmacher in PVC-Kleidung, was sagen Behörden dazu, und was bedeutet das für die Hautverträglichkeit? Dieser Ratgeber ordnet die Antworten sachlich ein und zeigt sie an drei Beispielen aus unserem Sortiment.

Von: Tino Harnisch Veröffentlicht: Lesezeit: ca. 7 Minuten

Kurz erklärt: PVC-Weichfolie ist PVC mit Weichmachern

PVC-Weichfolie ist ein Kunststoff, der durch Weichmacher elastisch wird. Sie ist feuchtigkeitsundurchlässig, nicht atmungsaktiv und gibt weniger nach als Stoff. Weichmacher sind nicht chemisch fest im Kunststoff gebunden; Behörden wie das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung beschäftigen sich deshalb mit den eingesetzten Stoffen. Welcher Weichmacher in einem bestimmten Kleidungsstück steckt, nennen die Produktseiten der hier gezeigten Artikel nicht. Wer Wert auf diese Information legt, sollte sie vor dem Kauf beim Hersteller erfragen.

1. Was PVC-Weichfolie ist

Von hartem PVC zur biegsamen Folie

PVC steht für Polyvinylchlorid. In seiner reinen Form ist der Kunststoff hart; erst Weichmacher machen ihn nachgiebig, biegsam und dehnbar. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Weichmacher spröde Materialien weich machen und dass hierfür am häufigsten Phthalsäureester eingesetzt werden, daneben gibt es Alternativen. Nach dem Überblicksartikel zu PVC auf Wikipedia kann Weich-PVC bis zu rund 40 % Weichmacher enthalten; die Reißdehnung liegt dort mit 170 bis 400 % deutlich über der von Hart-PVC mit 10 bis 50 %. Diese Eigenschaft macht aus dem Kunststoff eine Folie, aus der sich PVC-Kleidung nähen oder schweißen lässt.

Weichmacher sind nicht fest gebunden

Wichtig für das Verständnis ist, dass Weichmacher zwischen den Molekülketten des Kunststoffs liegen, ohne chemisch daran gebunden zu sein. Sie können deshalb nach Angaben des Umweltbundesamts mit der Zeit aus dem Produkt austreten, und laut Wikipedia werden sie ausgewaschen, verdampfen oder gehen in andere Materialien über. Für den Alltag erklärt das, warum Hersteller Weichspüler und Hautcremes bei PVC-Kleidung ausschließen oder einschränken. Wie Sie PVC-Kleidung entsprechend reinigen und aufbewahren, beschreiben wir im Ratgeber PVC-Kleidung richtig reinigen, pflegen und aufbewahren.

2. Eigenschaften im Tragealltag

Feuchtigkeitsundurchlässig, aber nicht atmungsaktiv

Nach unserer Kategoriebeschreibung ist PVC-Weichfolie feuchtigkeitsundurchlässig und lässt sich abwischen. Sie ist zugleich nicht atmungsaktiv und gibt weniger nach als Stoff. Daraus ergeben sich zwei praktische Folgen: Beim Tragen sind Pausen sinnvoll, und die Maßangaben des Herstellers sollten Sie sorgfältig mit Ihren eigenen Maßen vergleichen, weil die Folie nicht wie ein elastisches Gewebe nachgibt. Unter PVC-Kleidung finden Sie die Kleidungsgruppen im Überblick.

Folienstärke, Farbe und Nähte: der PVC-Schlafanzug suprima 9612

PVC-Schlafanzug suprima 9612
suprima 9612. Abbildung des PVC-Schlafanzugs.

Der PVC-Schlafanzug suprima 9612 besteht aus 100 % PVC-Weichfolie, die der Hersteller als geschmeidig und geräuscharm beschreibt. Die Folienstärke wird mit 0,12 mm je Farbe angegeben; erhältlich sind Rot, Schwarz und Blau-transparent in den Größen S bis XL. Alle Nähte sind genäht, das Oberteil wird ohne Knöpfe über den Kopf gezogen und hat ein enges Halsbündchen sowie breite Bündchen an Armen und Taille. Die Folie ist feuchtigkeitsundurchlässig sowie blut- und urinbeständig und gilt als kochfest.

Eine Zahl wie 0,12 mm hilft beim Vergleichen zwischen Artikeln, sagt aber allein nichts darüber aus, wie sich das Kleidungsstück für Sie anfühlt; beim Plasticwear-Regenmantel (siehe unten) liegt dieselbe Stärke vor, obwohl Schnitt und Einsatzzweck völlig anders sind. Ob Ihnen Schnitt, Folienfarbe und Bündchen zusagen, prüfen Sie am besten an den Produktbildern und Maßangaben.

Weichfolie im Außeneinsatz: der PVC-Regenmantel Plasticwear 340

PVC-Regenmantel Plasticwear 340 mit Kapuze
Plasticwear 340. Abbildung des Regenmantels.

Der PVC-Regenmantel Plasticwear 340 zeigt dieselbe Folie in einer anderen Anwendung: Er ist weit geschnitten, fast bodenlang, hat eine Kapuze und Druckknöpfe und wird in Handarbeit aus 100 % PVC-Weichfolie mit genähten Nähten gefertigt. Er ist für Damen und Herren in den Größen XS bis XXXL erhältlich, die Folienstärke beträgt nach Herstellerangabe ebenfalls 0,12 mm, und die verfügbaren Farben listet die Produktseite in einer Tabelle auf. Für die Pflege gibt Plasticwear bis zu 30 °C an und rät von Weichspüler ab; beim suprima 9612 sind es bis zu 95 °C. Wie unterschiedlich die Grenzen ausfallen, ist ein Grund mehr, immer die Angaben des eigenen Kleidungsstücks zu lesen.

Für PVC-Regenkleidung empfehlen wir, nach dem Tragen abzutrocknen, die Kleidung gut belüftet aufzuhängen und sie vor dem Verstauen vollständig trocknen zu lassen. Direkte Sonne und Wärmequellen sollten Sie meiden, weil Hitze das Material beschädigen kann. Bei transparenten Modellen fallen Flecken besonders auf, sie lassen sich kurz abwischen.

Weite Schnittform: der PVC-Maxirock Plasticwear 330

PVC-Maxirock Plasticwear 330, bodenlanger Glockenrock
Plasticwear 330. Abbildung des Maxirocks.

Der PVC-Maxirock Plasticwear 330 ist bodenlang und glockig geschnitten und hat einen eingefassten Gummizug im Bund. Er besteht aus 100 % PVC-Weichfolie, alle Nähte sind genäht, und die Fertigung erfolgt in Handarbeit in Tschechien. Die Größen XS bis XXXL sind für Damen und Herren nach Körpergrößen von 157 bis 204 cm gestaffelt. Beim Pflegen nennt Plasticwear höchstens 30 °C und einen weichen, lauwarmen Lappen zum Reinigen; Cremes und Weichspüler können der Folie Weichmacher entziehen, sodass sie verhärtet und reißen kann.

An diesem Rock zeigt sich, wie stark der Schnitt die Wirkung derselben Folie verändert: Bei einem weiten Glockenrock kommt es weniger auf die Dehnung an als auf Länge und Bundweite. Weitere Röcke finden Sie unter PVC-Röcke.

3. Weichmacher und Hautverträglichkeit

Was Behörden zu Weichmachern sagen

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass einzelne Phthalate wie DEHP als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wurden und dass längerkettige Ersatzstoffe derzeit günstiger bewertet werden, aber nicht in jedem Punkt unbedenklich sind. Die Aufnahme über die Haut spielt nach dieser Quelle vor allem bei kurzkettigen Phthalaten eine Rolle. In seinen allgemeinen Verbrauchertipps rät die Behörde, Weich-PVC möglichst zu meiden. Die Seite stammt aus dem Jahr 2014; aktuellere Hinweise finden Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt für Textilien einen Grenzwert von 0,1 Gewichtsprozent für neun reproduktionstoxische Phthalate. Weil für eine weichmachende Wirkung meist 20 bis 40 % nötig sind, wirkt dieser Wert praktisch wie ein Verwendungsverbot. Die Aussage bezieht sich auf Textilien allgemein; ob und wie sie auf eine Bekleidungsfolie aus Weich-PVC zu übertragen ist, beantwortet diese Quelle nicht. Eine pauschale Aussage über die Weichmacher in unseren Artikeln können wir daher nicht treffen.

Haut und Folie beim Tragen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt die Haut als Barriere, durch die meist nur geringe Mengen aufgenommen werden. Menschen mit gestörter Hautbarriere sowie Kinder mit dünnerer Haut gelten als empfindlicher. Für PVC-Kleidung auf der Haut bedeutet das: Beobachten Sie Ihre Haut, planen Sie Pausen ein und lassen Sie bekannte Allergien oder Hauterkrankungen vorab ärztlich beraten. Als allgemeinen Tipp nennt das Institut für Textilien, neue Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen; bei PVC-Kleidung beachten Sie dabei zuerst die Pflegehinweise des Artikels.

Was die Produktseiten nicht beantworten

Bei den hier gezeigten Artikeln nennen die Produktseiten Material (100 % PVC-Weichfolie), Folienstärke und Pflegehinweise, aber weder die Weichmacherart noch einen Phthalatgehalt. Auch uns liegen von den Herstellern dazu keine Angaben vor, und auf der Qualitätsseite von suprima fehlen entsprechende Hinweise. Wenn Ihnen diese Information wichtig ist, fordern Sie vor dem Kauf eine ausdrückliche schriftliche Auskunft des Herstellers an, statt sie vorauszusetzen.

4. Häufige Fragen zu PVC-Weichfolie

Ist PVC-Kleidung phthalathaltig?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Für Weich-PVC werden nach Angaben des Umweltbundesamts am häufigsten Phthalsäureester, aber auch alternative Weichmacher eingesetzt. Die Produktseiten der hier gezeigten Artikel nennen die Weichmacherart nicht, sodass Sie dafür eine Herstellerauskunft benötigen.

Kann ich PVC-Kleidung bei empfindlicher Haut tragen?

Das hängt von Ihrer persönlichen Haut ab und lässt sich allgemein nicht zusagen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Menschen mit gestörter Hautbarriere als empfindlicher. Legen Sie das Kleidungsstück bei Reizungen ab und klären Sie anhaltende Beschwerden ärztlich.

Wird transparente PVC-Kleidung anders gepflegt?

Die Pflegehinweise des jeweiligen Artikels gelten auch hier. Bei transparenten Modellen fallen Flecken besonders auf, deshalb empfehlen wir bei Regenkleidung, sie öfter kurz abzuwischen. Direkte Sonne und Wärmequellen sollten Sie meiden.

Ist PVC-Weichfolie dasselbe wie Gummi oder Latex?

Nein, PVC ist ein Kunststoff, Latex wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen. Im Handel werden aber auch PVC-Schutzhosen als „Gummihosen“ bezeichnet. Achten Sie deshalb auf die Materialangabe des Artikels.

Worauf achte ich bei der Größe von PVC-Kleidung?

Weil Weichfolie weniger nachgibt als Stoff, sollten Sie Ihre Maße genau mit den Herstellerangaben vergleichen. Beim Regenmantel Plasticwear 340 sind die Größen XS bis XXXL nach Körpergrößen von 157 bis 204 cm gestaffelt. Beim suprima 9612 stehen die Größen S bis XL zur Wahl.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden drei Quellen liefern die allgemeinen Grundlagen zu Weichmachern und Weich-PVC. Angaben zu einem bestimmten Kleidungsstück finden Sie in dessen Produktbeschreibung und in den Auskünften des Herstellers.

Umweltbundesamt: Weichmacher

Überblick zu Weichmachern, Aufnahmewegen und Bewertung einzelner Phthalate. Die Seite wurde zuletzt 2014 aktualisiert.

Bundesinstitut für Risikobewertung: Chemikalien in Textilien

Fragen und Antworten zu Chemikalien in Textilien, zu Phthalaten, Hautkontakt und Verbrauchertipps.

Wikipedia: Polyvinylchlorid

Ergänzende Übersicht zu Hart- und Weich-PVC, Weichmacheranteil und Materialeigenschaften. Für sicherheits- und gesundheitsbezogene Aussagen stützen wir uns auf die beiden Behördenquellen.

Quellen und Produktseiten zuletzt geprüft am 25.10.2026.

Entdecken Sie PVC-Kleidung in vielen Formen

Im Shop finden Sie PVC-Kleidung von Slips über Nachtwäsche bis zu Regenkleidung. Prüfen Sie bei Ihrem Wunschmodell Material, Maße und Pflegehinweise und vergleichen Sie sie mit den Hinweisen aus diesem Ratgeber.


Widerrufsbutton betätigen